Virtuelles Coaching - der Blick in die Kamera

 

Versammlungen werden plötzlich online abgehalten, Projektgruppen treffen sich in einem digitalen Meetingraum, Mitarbeiter stimmen nicht im Büro, sondern im virtuellen Raum ab. Vor Corona noch meistens alles live und in Präsenz, heute online und virtuell.

 

Auch mein Beratungsalltag hat sich digitalisiert. Zwar hielt ich bereits vorher schon Blended Learning Kurse und Online-Seminar ab, aber Beratung, Training und Coaching fand auf Kundenwunsch überwiegend in Präsenz statt

Die Qualität eines virtuellen Coachings ist entscheidend für seine Wirksamkeit

Dies hat sich schlagartig verändert. Mit Covid-19 wurden die Beratungen und Seminare erst einmal auf Eis gelegt. Nach ca. zwei Wochen kamen plötzlich Anfragen bzgl. Beratung „Führung on Remote“, „Virtuelle Teamarbeit“ oder „Wissenstransfer digital“. Seit Mai nehmen auch Beratungen und Coachings zu den anderen Themen wieder zu. Bei aller Komplexität und Unsicherheit, die eine digitale Transformation mit sich bringt, wird im Auge der aktuellen Covid-19 Krise klar, dass Unternehmen nicht den Status quo ante anstreben, sondern den Umbruch für massive strukturelle Veränderungen genutzt haben und weiterhin nutzen möchten. Somit ist auch die Durchführung von Online-Beratung und eines virtuellen Coachings nun für viele Unternehmen und Coachees vorstellbar.  

 

 

Online Consulting unterscheidet sich dabei nicht wesentlich von der Form eines Face-to-Face-Coachings. Nach einem Prozess der Auftragsklärung müssen die einzelnen Coaching-Sitzungen anhand der vereinbarten Rahmenbedingungen vorbereitet und geplant werden. Je nach den genutzten Formen technologischer Unterstützung kann der Zeitaufwand im Vergleich zum Präsenz-Coaching dabei sinken oder steigen. Die Durchführung ist geprägt von der Auswahl der digitalen Methoden und Interventionen.

 

 

 

Um die Vorteile des virtuellen Coachings ausschöpfen zu können, ist die Professionalität des Coaches eine grundlegende Voraussetzung. Hier gehören neben der Multimediakompentenz (technisches Verständnis sowie versierten und geübten Umgang mit technischen Systemen) als auch die Anwendungskompetenz und methodische Kreativität dazu. D. h. Kann der Coach den Coachingprozess auch ohne Face-to-Face Kontakt gestalten? Ziel ist es herauszufinden, was konkret zukünftig anders sein soll und was das Coaching in diesem Kontext leisten soll und kann. Insofern liegt in diesem Punkt der kleine und entscheidende Unterschied in dem Setting. Je nach Verfahren und den damit verbundenen technischen notwendigen Vorbereitungen kann das mitunter mehr Zeit in Anspruch nehmen als bei einer Präsenzberatung. Auf der anderen Seite lassen sich somit auch in der Nachbereitung zentrale Ergebnisse dokumentieren und herausfiltern. Wichtig ist bei der Dokumentation auf die Einhaltung ethischer Aspekte zu achten und persönliche Grenzen zu respektieren. Die ethischen Leitlinien eines Präsenzcoachings gelten auch beim virtuellen Coaching.

 

in meiner Praxis hat sich gezeigt, dass virtuelles Coaching und Online-Beratung eine effiziente und fokussierte Möglichkeit ist, bei der Umsetzungsunterstützung im Arbeitsalltag, für ein Coaching über räumliche Distanzen sowie den globalen Einsatz nach gleichen definierten Qualitäts- und Prozessstandards oder als ergänzendes Format zur Präsenzberatung. Damit aber das virtuelle Coaching zu den gewünschten Ergebnissen führt, müssen die personellen und infrastrukturellen Voraussetzungen gegeben sein.